Tabatiere mit einer Porträtdarstellung von Clemens Wenzeslaus von Sachsen


Nymphenburg, um 1764–68

Eingepresstes Rautenschild am Boden im Deckelinneren
Zeitgenössische vergoldete Kupfermontierung
H. 4,3 cm, L. 7,5 cm

Description

Die im Grundriss ovale Dose mit zylindrischer Wandung und gewölbtem Deckel ist auf dem Gefäß mit Deutschen Blumen und auf dem Deckel sowie dem Boden mit allegorischen Darstellungen in Purpurcamaieu bemalt. Die Szene auf dem Deckel zeigt zwei Frauengestalten, von denen eine vermutlich Fama darstellt, die auf Clemens Wenzeslaus von Sachsen (1739–1812) hinweist, dessen Namen und Stand sie auf einer emporgehobenen Schrifttafel präsentiert. Vor ihr sitzt die Personifikation Sachsens mit Kurfürstenkrone auf dem Kopf und hält in ihrem rechten Arm einen Bischofsstab, Bischofsmütze sowie eine Kartusche mit dem kurfürstlich-sächsischen Wappen. Die militärischen Attribute im Hintergrund erinnern an die Teilnahme des Sohnes König Augusts III. von Polen und Kurfürsten von Sachsen am Siebenjährigen Krieg, während die anderen Attribute auf seine Eigenschaft als Bischof von Freising und Regensburg (1763–1768) verweisen. Anschließend wurde er Erzbischof und Kurfürst von Trier sowie Bischof von Augsburg (1768–1801). Seine Schwester Maria Anna Sophie war die Gemahlin des bayerischen Kurfürsten Joseph III. Als eine besonders lebensnahe Darstellung erweist sich das äußerst fein nach einer Kupferstichvorlage von Johann Michael Söckler (1744–1781) gemalte Porträt, das Clemens Wenzeslaus, umrahmt von zwei goldenen Palmzweigen, im Ornat des Kurfürsten von Trier darstellt.
Eine weitere ovale Nymphenburger Tabatiere in der Sammlung Bäuml in München zeigt dasselbe Porträt (publiziert in: Alfred Ziffer, Nymphenburger Porzellan. Sammlung Bäuml, München 1997, S. 247, Kat.-Nr. 729).

REF No. 246